Der Seepark

Der Seepark mit dem Flückiger See im Zentrum entstand zur Landesgartenschau 1986: ein Naherholungsgebiet von ca. 35 Hektar mitten in Freiburg. Man findet dort vielfältige Freizeitmöglichkeiten, aber auch ruhige Orte (wie z.B. den Japanischen Garten). Einmal im Jahr veranstaltet die Stadt Freiburg (FWTM) ein großes Seefest (meist an einem Wochenende Ende Juli).


Geschichte und Entstehung

Seit den frühen 1920er Jahren förderte man an dieser Stelle Sand und Kies.  Durch diese erste Phase der Förderung war schon ein See entstanden: dort wurden nach dem Zweiten Weltkrieg viele Trümmerteile der Freiburger Innenstadt abgeladen. Letztendlich wurde dadurch der erste See wieder aufgeschüttet.

Das Gelände vor der Neugestaltung zur LGS 1986

Nach dem Krieg wurde aber auch die Förderung von Kies und Sand wieder aufgenommen, und zwar an der heute bekannten Stelle: Betreiber war jetzt die Firma Flückiger, die so auch Namensgeber wurde. Ende der 1970er Jahren hatte die Besiedlung des Gebietes bereits so zugenommen, dass ein weiterer Kiesabbau kaum noch sinnvoll erschien. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Flückigersee.

So entstanden Anfang der 1980er Jahre erste Ideen, das Gelände (eigentlich eine Industriebrache) in einen Park für die westlichen Stadtteile zu verwandeln. Die Stadt lobte im Jahr 1983 einen Architektenwettbewerb aus: Es war die Grundlage der Landesgartenschau 1986 und Basis für das Freizeitgelände der heutigen Form. Durch Ausrichtung der LGS 1986 entwickelte sich also eine See- und Parklandschaft, die für viele Freiburger/innen nicht mehr wegzudenken ist.


Kurzer Blick auf die Landesgartenschau 1986

Ministerpräsident und Schirmherr Lothar Späth eröffnete die Landesgartenschau am 18. April 1986. Sie dauerte bis zum 12. Oktober und hatte dann über zwei Millionen Besucherinnen und Besucher. Sie zählt damit bis heute zu den erfolgreichsten Gartenschauen in Baden-Württemberg; siehe unser ausführlicher Beitrag zur Landesgartenschau 1986.

Gestaltungsplan zur Landesgartenschau 1986

Es war eines der ersten Ausstellungen, bei der das Thema Ökologie zentrale Bedeutung hatte in der Gestaltung und bei Veranstaltungen. Daraus entstand auch die Idee zur Ökostation, wie wir sie heute kennen. Auch Kunst spielt eine wichtige Rolle: Viele zeitlich begrenzte Beiträge waren nur während der Gartenschau zu sehen. Anderes blieb: z.B. das Bürgerhaus, Seebühne, Seeparkturm, Forsthaus, Tempelchen, Pontonbrücke (siehe nachfolgende Abschnitte).

Eine Anekdote aus dieser Zeit: auf den See schwamm zur Landesgartenschau auch eine Art Arche in Form eines Rheinkahns mit rot-weißen Wellblechhaus. Die Arche versank während eines Sturms kurz nach Ende der Gartenschau. Sie liegt noch heute in den Tiefen des Sees und wird noch gern von Tauchern besucht (auch dazu mehr in unserem Beitrag zum Flückigersee).


Sehenswert im Seepark

Nachfolgend einige besonders beliebte Objekte im Seepark, die überwiegend zur Landesgartenschau angelegt wurden.

Das heutige Bürgerhaus war zur Landesgartenschau eine Blumenhalle und es wurde genutzt als zentrale Infostelle. Heute gibt es dort gesellschaftliche und kulturelle Veranstaltungen (z.B. Konzerte, Neujahrsempfänge, Gesundheitstage, Varieté, Hobbybasar …). Hier hatten auch Veranstaltungen ihren Ursprung, die später mit ihrem Erfolg an andere Stellen umziehen mussten, wie z.B. die Mundologia und die Internationale Kulturbörse Freiburg (IKF).

Vom Bürgerhaus in Richtung See sieht man sofort die Seebühne, eine Freilichtbühne: mehrmals im Jahr gibt es dort kostenlose „Konzerte im Freien„, bei denen sich Freiburger Orchester präsentieren (sonntags Nachmittag in den Sommer-Monaten). Aber auch Hobbymusikern sind bei schönem Wetter zu erleben.

Das Tempelchen / Pavillon ist sicher eines der beliebtesten Foto-Motive im Seepark: von hier aus bietet sich ein schöner Blick auf den See bzw. das Ufer zur Seebühne. Kuppel, Säulen und Rundbögen hinterlassen einen historischen und fast romantischen Eindruck: Also ein wenig Belvedere im Seepark. Mehr dazu siehe früheren Beitrag im Stadtteil-Magazin  Pavillon im Seepark (Tempelchen).

Beim Forsthaus Hierbei handelt es sich um eine spektakuläre, öffentlich zugängliche Konstruktion aus Douglasien-Holz am Ufer des Sees. Manchmal auch beschrieben als „Liegender Turm“; explizit geplant „ohne besondere Nutzung“. Von hier hat man einen wunderbaren Blick über den See, die gegenüberliegende Anhöhe mit dem Seeparkturm und den Stadtteil Mooswald dahinter.

Pontonbrücke: Über diese Brücke (Schwimmsteg) „muss“ man einfach gehen; möglichst bei jedem Spaziergang. Die Brücke schwimmt mithilfe von 28 markanten, blauen Schwimmkugeln von jeweils 2,5 Meter Durchmesser: sie stützen einzelnen Brückenelemente über jeweils drei Rohre. Die Brückenelemente sind gelenkig miteinander verbunden; über Seile sind die zusätzlich auf dem Boden des Sees geankert, dass sich eine Rundung ergibt (Planung durch Jochen Schilling, Pfullendorf). Auch dazu gab es schon einen ausführlichen Beitrag im Stadtteil-Magazin, siehe Pontonbrücke im Seepark vom Febr./März 2023.

Ökostation: Die Landesgartenschau 1986 setzte bereits Schwerpunkte zum Thema Ökologie. Dazu gehörte auch die Ökostation: ein Naturhaus mit Grasdach, Lehmwänden und Solaranlage verbunden mit verschiedenen Naturgärten. Für viele Schulklassen und Kindergärten ist die Ökostation immer wieder ein „Grünes Klassenzimmer“.

Der Seeparkturm bietet eine schöne Aussicht über den gesamten Park, die Silhouette von Freiburg oder das Panorama von Schwarzwald und Kaiserstuhl/Vogesen (je nach Wetter natürlich). Nebenbei: Seit 2015 ist Suwon (Südkorea) Partnerstadt von Freiburg. Dort hat man in Anlehnung den Seeparkturm im Gwanggyo Lake Park ein ähnliches Bauwerk errichtet (allerdings um einiges größer, sodass ein Museum und Umweltbildungszentrum integriert werden konnte).

Im Osten des Parks befindet sich ein schöner Rosengarten. Ebenfalls angelegt zur Landesgartenschau 1986; im Jahre 2005 konnte er durch eine großzügige Spende der Eugen-Martin Stiftung wieder belebt und komplett neu bepflanzt werden.


Der Japanische Garten

Der Japanische Garten im westlichen Teil des Seeparks wurde 1989 vom japanischen Gartenarchitekten Tokumoto geplant und 1990 fertiggestellt (also nach der Landesgartenschau). Er gilt als Zeichen der Partnerschaft der beiden Städte Freiburg und Matsuyama und ist wohl einer der schönsten Japanischen Gärten in Deutschland.


Sonstiges zum Seepark

Hier noch einmal der Hinweis auf unseren ausführlichen Beitrag zur Landesgartenschau 1986.

Durchaus lohnenswert ist auch wieder ein Blick auf Wikipedia: zum Seepark, zum Flückigersee und auch zur Trümmerbahn.

Eine liebevolle Beschreibung mit vielen Details und schönen Bildern bietet Michael auf Erkunde-die-Welt.de.

Und natürlich ist der Seepark auch in der Liste der Freiburger Parkanlagen beschrieben.

Siehe auch unseren Beitrag zu Kunstwerken im öffentlichen Raum, für die der Seepark ja auch eine zentrale Stelle ist.

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