100 Jahre Vereinsfußball in Betzenhausen
Die Geschichte des Fußballs in Betzenhausen begann wohl im Jahr 1920, als junge Leute zur Gründung des „FC Betzenhausen“ zusammenkamen. Unterstützt wurde die Gründung des Vereins von Beginn an durch den damaligen Lokalverein, der z.B. den Antrag für einen Übungsplatz bei der Stadt Freiburg stellte. Bis zu den heutigen „Sportfreunde Eintracht Freiburg (SFE)“ war es ein weiter Weg. Hier einige Schritte:
- Die erste Phase des „FC Betzenhausen“ ging nur 19 Jahre (bis zum 2. Weltkrieg, als viele der jungen Fußballer eingezogen wurden). Was zu erzählen ist aus der Zeit, haben wir weiter unten kurz zusammen gefasst.
- Erst im Jahr 1955 kam es unter dem Namen „SV Lehen-Betzenhausen“ zur Neugründung, der Name zeigt auch die damalige enge Verbindung zwischen beiden Stadtteilen. Trainiert wurde sogar teilweise neben der damaligen Vereinsgaststätte, dem Gasthaus „Zum Schützen“ (die Paduaallee entstand ja erst später).
- Ab 1961 ging es weiter als „Sportverein Eintracht Freiburg“ mit dem neuen Gelände an der Tränkestraße und Vereinsheim dort.
- Eine Fusion mit dem Sportverein DJK führte 1972 zu „Eintracht DJK Freiburg“ (vom Zusatz DJK hat man sich sieben Jahre später wieder getrennt). In dieser Zeit kam das neue Gelände an der Gaskugel hinzu; ab 1984 dann auch mit den anliegenden Tennisplätzen und ihrer Tennisklause.
- Die Fusion mit den „Sportfreunden Freiburg“ führte 2003 zum heutigen Namen „Sportfreunde Eintracht Freiburg (SFE)“. Mit der Fusion verbunden war auch der Abschied vom Sportgelände an der Tränkestraße (es wurde zum Baugebiet). Als Ausgleich kam das Gelände am Weststadion hinzu und damit verbunden merklich verbesserte Trainingsbedingungen.
Die erste Phase (1920 bis 1939)
Natürlich haben junge Leute auch schon vor 1920 in Betzenhausen und Lehen Fußball gespielt, denn geeignete Wiesen gab es zu jener Zeit noch viele. Aber davon waren verständlicherweise nicht alle begeistert: Also nahm sich der damalige Lokalverein der Sache an und beantragte bei der Stadt Freiburg, einen passenden Fußball-Platz zur Verfügung zu stellen. Das Angebot der Stadt war ein Bereich auf dem sog. Exerzierplatz (dem heutigen Flughafen, also recht weit entfernt). Aber besser als nichts: Torstangen und etwas Sägemehl für die Begrenzungen und schon ging der Spaß los. Gespielt wurde auch schon bald in Wettbewerben (sonntags), Training war wohl freitags. Als erstes „Vereinslokal“ diente das Bierhäusle in Lehen.
1928 klappte es dann doch mit einem Gelände im Ortsteil, als es gelang, die Wiesen an der heutigen Tränkestraße zu pachten, die später zum zentralen Vereinsgelände werden sollten. Das hielt bis 1936, als man die Pacht nicht mehr bezahlen konnte. Also zogen die Fußballer um auf den Sportplatz beim damaligen Arbeitsdienst im Mooswald. Dann kam der 2. Weltkrieg: Die jungen Fußballer wurden eingezogen, sodass bald nur noch eine Restmannschaft bestand. So gab es keine Zukunft; 1939 musste sich der Verein auflösen.
Die Neugründung (1955)
Fast 10 Jahre brauchte es nach dem Krieg, bis sich in Betzenhausen und Lehen wieder genügend Fußball-begeisterte zusammenfanden. Selbst der Bürgermeister von Lehen unterstützte das Ansinnen und so wurde im Juni 1955 mit dem „SV Lehen-Betzenhausen“ wieder ein Fußball-Verein im Stadtteil gegründet. Natürlich brauchte man Ball, Trikots, die Aufnahme in den Südbadischen Fußballverband u.a. Recht kurzfristig konnte man wieder den Platz an der Tränkestraße pachten; ein Jahr später nach einer großen Spendenaktion sogar teilweise kaufen: eine kluge Entscheidung, denn viele Jahre später sollte der gesteigerte Wert des Geländes dem Verein aus finanziellen Problemen helfen. Mit dem Sportplatz wurde es möglich, dass der Verein schon wenige Monate nach der Gründung wieder an Rundenspielen teilnehmen konnte. Erster Gegner in einem Freundschaftsspiel war übrigens der VfR Merzhausen; im Punktspiel war es der SC Neuershausen und ein motivierender Sieg mit 5:2.
Zum provisorischen Vereinslokal wurde das Gasthaus „Zum Schützen“ in Lehen: dort gab es auch Umkleidekabinen, wichtig vor allem für Gästemannschaften (aber weder Waschmöglichkeiten noch Duschen). Auch wenn es die Westrandstraße (Paduaallee) noch nicht gab: der Schützen war über 1 km vom Spielplatz an der Tränkestraße entfernt und auch anreisende Mannschaften mussten diesen Fuß-Weg in Kauf nehmen (auch nach dem Spiel: nass und verschwitzt). Schon nach wenigen Jahren war klar: Das musste sich verbessern lassen.
So entschloss man sich im Jahr 1961, das neue Vereinsheim direkt am Sportplatz an der Tränkestraße zu bauen und das geschah in hohem Maße über Eigenleistungen der Vereinsmitglieder; Baumaterial wurde zum großen Teil gespendet. Ein Antrag auf Zuschuss von der Stadt Freiburg hatte nur Chancen, wenn der Verein auch als städtischer Verein zu erkennen war: so entstand mit dem Vereinsheim auch gleichzeitig der neue Name „SV Eintracht Freiburg“. Und glücklicherweise wurde dann auch ein Zuschuss gewährt. Schon Anfang 1962 war Richtfest; bis aber alles wirklich fertig war, dauerte es noch einige Zeit: die offizielle Einweihung folgte erst im Februar 1965. Der Aufwand hatte sich gelohnt: zur Verfügung standen jetzt Dusch- und Umkleidekabinen, Sanitärräume und auch ein Raum für Schiedsrichter. Von Bedeutung im „Sportheim Eintracht“ wurde insbesondere auch der bewirtschaftete Gastraum mit ca. 70 Sitzplätzen.
Dass die ersten Jahre nach Neugründung so erfolgreich und zielorientiert gestaltet werden konnten, war ganz besonders dem damaligen Vorsitzenden zu verdanken: Anton Dilger.
Die Eintracht entwickelt sich
Im Jahr 1972 fusionierte die Eintracht mit der DJK Freiburg, die sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation befand und deshalb auch vorher schon ihr Sportgelände an der Schwarzwaldstraße abgeben musste. Es folgten einige aufregende Jahre: hauptsächlich, weil der Verein sehr reiselustig wurde und von beeindruckenden Auslandsreisen zu berichten ist. Man war in den Tropen von Afrika, in Mittelamerika und sogar Asien. Zur Jahreswende 1973/74 wird z.B. von einer Reise in die Dominikanische Republik und Haiti berichtet. Überall wurde die Mannschaft aus Freiburg begeistert begrüßt. Die nächste Reise ging dann übrigens in den Fernen Osten (u.a. als erste deutsche Mannschaft nach Saudi-Arabien). Zu diesen Weltreisen haben wir einen eigenen Beitrag erstellt.
Ab Beginn der 1970er-Jahre bemühte sich die Eintracht intensiv um ein zweites Sportfeld: Es waren lange Verhandlungen mit der Stadt Freiburg bis im August 1974 dann endlich das Gelände bei der Gaskugel für den Sportbetrieb zur Verfügung stand. Zur Einweihungsfeier war der „FV Offenburg“ zu Gast, damals ein echtes „Schwergewicht“ im Amateurfußball und so sprach man schon vom Spiel des Jahres.
Auch ein besonderes Fußball-Großereignis im Jahr 1970 müssen wir hier erwähnen: Zu Gast war damals Bundesliga-Mannschaft von Schalke 04 für ein Freundschaftsspiel an der Tränkestraße. Das war also genau 50 Jahre nach Gründung der ersten Fußballmannschaft in Betzenhausen. Mit Schalke 04 war damals bekannte Namen verbunden, wie die Kremers-Zwillinge, Rolf Rüssmann und auch Norbert Nigbur (eigentlich der Schalker Torwart, im Spiel hier aber der Mittelstürmer). Den Namen des Trainers kennen Fußball-Interessierte heute noch: Rudi Gutendorf. Auch wenn das Ergebnis bei so einem Ereignis nebensächlich ist: Die Eintracht erreichte ein achtbares 2:5. Die Schalker hatten übrigens ihr Quartier im damaligen „Esso-Hotel“ an der Sundgauallee (neben der Tankstelle, heute das Ärztehaus).
Mit dem Wachstum von Betzenhausen in den 1960/1970er Jahren (z.B. mit dem komplett neuen Bezirk Bischofslinde) wuchs auch der Bedarf an weiteren Sportarten: so wurde aus dem Fußball-Club ein Sportverein mit weiteren Abteilungen für Handball, Ski und Wandern, Volleyball und vor allem auch Tennis.
Ab 2003 die „Sportfreunde Eintracht Freiburg (SFE)“
Die Fusion mit dem Verein „Sportfreunde Freiburg“ führte 2003 zur heutigen Vereinsbezeichnung. Damit verbunden war die Trennung vom Sportgelände an der Tränkestraße (es wurde ein Baugebiet), ausgeglichen durch verbesserte Trainingsbedingungen auf dem Gelände am Weststadion.
Beiträge zur Geschichte im Bürgerblättle
Auch im Bürgerblättle, dem Stadtteil-Magazin von Betzenhausen, wurden Einzelthemen aus den 100 Jahren aufgegriffen, siehe:
- Ausgabe 264 (Dez. 2020): Erinnerungen an das Eintracht Sportzentrum Tränkestrasse
- Ausgabe 267 (Juni 2021): Betzenhauser Kicker auf Weltreise
