100 Jahre Gerhard-Hauptmann-Schule (GHS)
Vorgeschichte GHS Freiburg-Betzenhausen
Die Volksschule Betzenhausen: Ein Eingemeindungsgeschenk der Stadt Freiburg

Schaut man heute von der Hofackerstraße auf die Gerhart- Hauptmann-Schule, rückt ein stattliches dreistöckiges Gebäude ins Blickfeld, umgeben von wenigen Alt- jedoch vielen Neubauten. 1908 gab es hier noch Wiesen und Felder des Gewanns Hofacker, inmitten der für das kleine Dorf Betzenhausen sehr großen Gemarkung. Doch seit 1. Januar 1908 gehört Betzenhausen auf eigenen Wunsch hin bereits zur Stadt Freiburg, dabei war aber eine eigene Schule ganz oben auf dem Wunschzettel an die Stadt gestanden. In vielen Briefen und Gesprächen hatten Verhandlungen zwischen den städtischen Behörden mit Oberbürgermeister Otto Winterer, den Stadträten und dem letzten Bürgermeister von Betzenhausen, Franz Fraider und seinen Gemeinderäten stattgefunden. Sie sind das Abbild eines damals noch von Obrigkeitsdenken aber auch gegenseitiger Achtung geprägten Verhandlungs- und Schreibstils der großherzoglichen Zeit in Baden.
Schon im Februar 1907 gab es eine Anfrage aus Betzenhausen ob und in welcher Zeit eine Eingemeindung nach Freiburg möglich sei. Dabei schaltete sich auch das Großherzogliche Oberschulamt ein. Es machte der Stadt die Auflage, im Falle einer Eingemeindung eine eigene Schule für Betzenhausen zu errichten. Das Freiburger Hochbauamt stand dem Wunsch Betzenhausens positiv gegenüber und trug diesen der Stadt vor. Von Betzenhausen wollte man Näheres über die schulischen Verhältnisse wie Schüler- und Lehrerzahl sowie einem eventuell schon vorhandenen Bauplatz wissen. Betzenhausen und Lehen hatten seit Beginn der Beschulung einen Schul- und Kirchenverband. Das gemeinsame Schulhaus in Lehen, ein sehr schöner Fachwerkbau an der Ecke Breisgauer und Kirchbergstraße, beherbergte in zwei Klassenzimmern alle Kinder aus beiden Gemeinden von der ersten bis zur achten Klasse.
In einem Schreiben des Großherzoglichen Bezirksschulamtes vom 17. Juni 1836 wird die Schulgemeinde Betzenhausen/Lehen mit 817 Einwohnern angegeben, davon 509 aus Lehen und 308 aus Betzenhausen. Aus beiden Dörfern besuchten 142 Kinder die Lehener Schule. Aufgrund eines ebenfalls großherzoglichen Erlasses gab es seit 1877 eine Schulkommission oder Ortsschulbehörde bestehend aus den Bürgermeistern beider Dörfer, einigen Gemeinderäten, dem Ortspfarrer und dem Schulleiter, damals erster Hauptlehrer genannt. Dass stets nach den Vorschriften gehandelt wurde, dafür sorgte der „Großherzogliche Schulvisitateur”. Es war ein jährliches Schulgeld von einem badischen Gulden, das entsprach 1,71 Mark, zur Deckung der Unkosten zu entrichten. Für die Eltern, zumeist Kleinbauern und wenige Arbeiter, war dies bei den damaligen Einkommen oft eine große finanziell kaum zu leistende Bürde. Für besondere Härte- oder Notfälle gab es die „Gloderersche Stiftung” und einen „allgemeinen Gulden”. Er stammte aus verschiedenen Umlagen der beiden Gemeinden.
Bau der Volksschule (1909)
1909, ein Jahr nach der Eingemeindung, wurde der Schulverband aufgelöst, die Stiftung blieb jetzt allein bei Lehen. Trotz mancher Widrigkeiten und Einsprüche des Rektorats Freiburg, blieb es bei einer Schulhausplanung für Betzenhausen. Das Hochbauamt hatte rasch mehrere Alternativen ausgearbeitet. An dem am Gasthaus zum „Bären” in nördlicher Richtung weiterführenden Weg wurde ein 86 a großes Grundstück auf freiem Feld für ein neues Schulhaus ausgewiesen. Es war so weitläufig, dass bei Bedarf großzügige Erweiterungen möglich wären.
Die Planung des Hochbauamtes von 1907 sah drei Bauabschnitte vor. Zunächst ein zweistöckiges Schulhaus mit vier Klassenzimmern und einem kleinen Unterlehrerwohnzimmer (heutiges Hausmeisterzimmer!), ein Lehrerzimmer, heute Rektorat mit Sekretariat, Aborte und ein Treppenhaus. Später sollten ein Lehrerwohnhaus und ein möglicher Ausbau in drei Stockwerken mit insgesamt 12 Klassenräumen, einer Turnhalle und eine Schuldienerwohnung (!) hinzukommen.
Ausgerechnet Lehrer Reimund Müller sprach sich gegen diese Planung aus. Er wandte sich im Januar 1908 an das Schulrektorat Freiburg und bat um Aufschub des Neubaus, bis sich Betzenhausens Bevölkerung wesentlich gesteigert habe. Erst danach solle eine größere Schule gebaut werden. Betzenhausen habe im „Bären” ein Schulzimmer, dort solle ein weiteres eingerichtet werden. Die Stadt schenkte diesem Einwand kein Gehör und beauftragte den Architekten Willard mit dem ersten Bauabschnitt entsprechend der Planung zu beginnen.

Der Kostenvoranschlag vom 20. Mai 1908 belief sich mit der Inneneinrichtung auf etwa 75 000 Reichsmark. Schon im August wurden die ersten Arbeiten vergeben. Es wurden überwiegend Handwerksbetriebe aus Betzenhausen berücksichtigt. Die gesamte Planung und Bauleitung hatte in Händen des Freiburger Hochbauamtes gelegen. In den nächsten Monaten, Baubeginn war der 17. August 1908, gingen die Arbeiten zügig voran und waren Ende August 1909 beendet. Die tatsächlichen Baukosten und die auf das Notwendigste beschränkten Einrichtungskosten betrugen zusammen 81 254,88 RM. Der Kostenvoranschlag wurde damit um 6234,88 RM überschritten.
Die Einweihung der neuen Volksschule für Betzenhausen konnte schon für den 04. September 1909 geplant werden. Sie sollte während der Schulzeit erfolgen, um allen Kindern und vielen Ehrengästen die Teilnahme zu ermöglichen. Alle Kinder, so wurde festgelegt, sollten eine Wurst mit Wecken erhalten! Die Kinder wurden zur Einweihung einbezogen, Hauptlehrer Müller hatte eine sehr schöne würdige Feier mit einem selbst verfassten Begrüßungsgedicht vorbereitet. Dieses wurde von der 13-jährigen Theresia Gloderer vorgetragen. Etwas später dankten mehrere Kinder in rührenden Worten den städtischen Behörden für den Bau einer eigenen Schule in Betzenhausen. Sechs Freiburger Zeitungen berichteten ausführlich über die Feier.
In den gleichen Jahren wie in Betzenhausen wurden in Zähringen, Haslach, im Stühlinger und in der Wiehre (Turnseeschule) allerdings wesentlich größere Schulen gebaut. (Zwischen 12 und 30 Klassenräumen gegenüber 4 in Betzenhausen) – Einen längeren Briefwechsel gab es etwas später über die Eingabe von Hauptlehrer Müller für einen Lehrerschulgarten. Laut Hochbauamt hätte ein 80 bis 100 Quadratmeter großer Garten mit Einfriedung etwa 800 RM gekostet. Das weiteren Verhandlungen verursachten für längere Zeit einigen Ärger, besonders bei Hauptlehrer Müller! –
Die Ausstattung der Schule mit Lehr- und Lernmitteln war anfangs sehr dürftig und stammte aus der Teilung des Schulverbandes mit Lehen am 05.September 1909, also einen Tage nach der Schulhauseinweihung. Erwähnt seien hier drei Landkarten, eine russische Rechenmaschine und zur Geometrie notwendige Geräte, ein Globus, ein Webrahmen, eine Violine und 34 Lehrerhandbücher. – Das Gehalt des Schulleiters Müller betrug 3800 Mark/Jahr, das des Unterlehrers Schmiedel 1360 und der Schuldiener Thanner erhielt 150 (!) Mark. Im Januar 1910 gab der Stadtrat in einem Brief Anweisungen für die Aufgaben des Schuldieners. Danach sei dieser in allen Schulferien sowie an Sonn- und Feiertagen verpflichtet, mindestens 1 mal pro Tag, in den Wintermonaten auch abends zwischen 8 und 10 Uhr das Schulhaus zu begehen, um das Eindringen schulfremder Personen zu verhindern oder gar dort Beschädigungen anzurichten. Gegebenenfalls sei die Polizei zu benachrichtigen. Außerdem habe er die Pflicht, die Umgebung zu beobachten! – Erst 1917 bekam die Schule zusammen mit der Polizeistation elektrisches Licht, davor wurden Azetylenlampen benutzt. Damit wurden solche Aufgaben für den Schuldiener etwas erleichtert.
Militärische Einquartierung im Schulhaus (1917)
Der Erste Weltkrieg hatte auch für die Schule einschränkende Folgen. Das Quartiersamt Freiburg erwartete entsprechende Kriegsdienstleistungen für die Unterbringung eines Flack- und Scheinwerferzuges in Betzenhausen. Dazu wurde die Volksschule auserwählt. Seit 07. März 1917 wurde die Bedienungsmannschaft für den genannten Zug mit entsprechenden Einschränkungen für den Unterrichtsbetrieb in der Schule untergebracht. Die Mitteilung für diese Maßnahme war von der Feuerwehrleitungsstelle Freiburg an die Schule ergangen. Sie hatte sich dabei verpflichtet eventuell entstandene Schäden wieder zu beheben.
Am 16.September 1917 wurde festgelegt, das Militär im I. Stock der Schule einzuquartieren. Es müsse dabei den östlichen hinteren Eingang benutzen, Schüler und Lehrer den Südausgang. Die Aborte mussten gemeinsam nach festen Regeln genutzt werden. Von den vier Mädchenaborten wurde zwei für die Mädchen abgeschlossen, die Schlüssel wurden im Klassenzimmer deponiert, zwei Aborte waren für das Militär. Gleichermaßen wurde es für die Knabentoiletten geregelt. Im eigenen Urinale waren die Becken 1 bis 9 für die Schüler, das 9./10. für das Militär. Beide Teile waren durch eine 2 m hohe Trennwand mit eigenen Eingang voneinander getrennt. Diese Regelungen sollten entsprechend der Einquartierungszeit bis zu einem Frieden Geltung haben! Die Militärtoiletten durften nicht durch den Schuldiener gereinigt werden. Für die Beheizung des durch das Militär genutzten I. Stocks, wurde ein Geldbetrag festgelegt, der durch das Quartiersamt auch für die Ferienzeiten zu bezahlen war.
Am 22. Januar 1919 hat das Standortkommando, Quartiersamt Nr. 642 die Beschlagnahme des Schulhauses in Betzenhausen aufgehoben und das Bezirksamt und den Stadtrat davon in Kenntnis gesetzt. Allerdings wurde schon im März 1919 mit einem Schreiben des Volksschulrektorats der „Hauptstadt Freiburg” dem Hochbauamt mitgeteilt, dass die Volkswehr ein Zimmer im Schulhaus für die Volkswehr erstmals am 21.Februar benützt worden sei. Schon am 20. Mai teilt die Volkswehr Freiburg dem Stadtrentamt mit, dass am 19.Mai die Volkswehr in Haslach und Betzenhausen aufgelöst wurde und die jeweiligen Räume wieder dem ursprünglichen Zweck zugeteilt werden könnten. Gleichzeitig gab es eine Anfrage über den Mietpreis. Dieser wurde auf 420 RM beziffert.Weitere Schreiben berichten darüber, dass dem Lokalverein ein Raum im Schulhaus für Vorstandssitzungen zur Verfügung gestellt würde (1922) Auch die evangelische Stadtpfarrei der Lutherkirche wünschte für die einmalige Abhaltung eines Gottesdienstes in Betzenhausen einen Raum im Schulhaus Es käme dafür das Lehrerzimmer in Frage.
Das Schulhaus wird zu klein
Zwischen 1924 und 1932 war die Bevölkerung Betzenhausens schon merklich angewachsen. Das Stadtschulamt hat, basierend auf Erhebungen der Schule, eine Schülerstatistik für diese Jahre erstellt. Die meisten Klassen bis auf 7 und 8 mussten inzwischen als Jahrgangsklassen geführt werden. Im 1. Schuljahr begann sogar schon die Zweizügigkeit. So war es verständlich, dass die Schulräume mit den wenigen Nebenräumen nicht mehr ausreichten. In der Hofackerstraße waren viele neue Häuser gebaut worden. Es müssten nach ersten Berechnungen mindestens 6 neue Klassenzimmer mit entsprechenden Nebenräumen wie Handarbeits-, Zeichen-, Naturlehresaal sowie ein Lehrerzimmer, Bücherei- und Lehrmittelzimmer und natürlich zusätzliche Toiletten gebaut werden! Blickt man zurück, so stieg die Schülerzahl von 1926 bis 1930 von 81 auf 240 Schüler. Pro Klasse waren dies mehr als 33 Schüler, dies aber nur, weil die oberen Jahrgänge zwischen 6. und 8. Klasse noch zwischen 10 und 30 Schüler hatten. Sobald diese letzten schwachen Jahrgänge entlassen sind, wird die Schülerzahl rapide ansteigen! Diese Entwicklung hatte erneut Hauptlehrer Zürn im Dezember 1930 exakt zusammengestellt und an das Stadtschulamt gesandt. Das Hochbauamt reagierte verhältnismäßig rasch und glich in seiner Planung von 1932 den Raumbedarf den neuen Schülerverhältnissen an.
Anfang der Dreißigerjahre gingen die Bauarbeiterlöhne stark zurück, sodass sich die Baukosten, wäre der Raumbedarf gleich geblieben, erheblich vermindert hätten. Die Bauplätze für eine Erweiterung durch einen fortgeführten zweistöckigen Anbau waren vorhanden. Es wurde dadurch auch die Trennung in einen süd- westwärts gelegenen Spielhof und einen nord- ostwärts ausgerichteten Turnhof ermöglicht. Durch eine Aufstockung des Anbaus mit Aborten könnten auch die Toiletten für Mädchen und Jungen auf eine gut ausreichende Zahl ausgebaut werden. Die Kosten eines Erweiterungsbaus beliefen sich nach dieser Planung vom 12. Juli 1932 mit Inneneinrichtung auf 233 500 RM. Im Oktober 1932 wurde der Bürgerausschuss mit einer Vorlage mit genauen Planskizzen um eine Zustimmung ersucht. Schon während der Planung wurde nach einem Namen für die in absehbarer Zeit erweiterte Schule gesucht. Das Stadtschulamt schlug den Namen „St.Josefschule” vor. Dies wurde vom Hochbauamt nicht befürwortet, da der Name zu sehr auf die gleichnamige Kleinstadtsiedlung im Mooswald zugeschnitten wäre. Statt dessen wurde „Hofackerschule” (in Erinnerung an das alte Gewann Hofacker) aber auch „Sigsteinschule” mit Bezug auf den letzten grundherrlichen Eigentümer des Dorfes Betzenhausen vorgeschlagen.
Schon in den Jahren 1933/34 wurde der Neubau fertig gestellt. Bis heute (2008) sind mehrere alte „Kunstwerke” aus den Dreißigerjahren erhalten. Neben der Plastik „Mutter und Kind” an der hinteren Außenwand des Grundschulhofes von Helmuth Hopp gibt es zwei von Edwin Stritt, einem Glasmaler, gestaltete Majolikbrunnen sowie rechts und links des Hintereingangs am Grundschulhof die beiden Fresken „Deutscher Wald” und „Herbst im Breisgau” von Kunstmaler Heinrich Wittmer. (Preis 1200 RM) Die Einweihungsfeier wurde von Oberbürgermeister Dr. Kerber auf den 9. Januar 1934 in der kleinen Turnhalle im Kellergeschoss festgelegt. Alle 370 Kinder erhielten einen Wurstwecken im Wert von 18 Pfennig für insgesamt 67 RM! Die Ausgestaltung mit Flaggen zeigte bereits (ebenso wie die genannten Fresken) den Einfluss und das Kunstverständnis der neuen Machthaber des „Dritten Reiches”! .- Den ursprünglichen Namensvorschlägen war die neue politische Richtung nicht zugeneigt.
Der Schule wurde auf Antrag des Stadtschulamtes nach längeren schriftlichen, auch gegenteiligen Meinungen(!) der Name „Schlageterschule” zugeordnet und vom „Minister des Kultus, des Unterrichts und der Justiz” bestätigt.
Zerstörung in der Bombennacht
Nach Rektor Mußler folgte bis 1945 Herr Ott als Rektor. Bis zum Kriegsbeginn war das Schulleben in verhältnismäßig ruhigen, wenn oft auch „fremdbestimmten” Bahnen verlaufen. Es gab eine rührige Theatergruppe und ein kleines Schulorchester verschönte die kleinen Feste der Schule. Mit Kriegsausbruch 1939 lag Freiburg in Frontnähe. Auch Lehrer mussten zum Militär. Durch Lebensmittelkarten wurden die täglich notwendigen Einkäufe eingeschränkt. Irrtümlicherweise wurde Freiburg 1940 von deutschen Bombern angegriffen. Sie überraschten Schüler im Unterricht, sodass alles in größter Eile in den Keller raste. In den Kriegsjahren, so erinnerten sich frühere Schüler, mussten Heilkräuter gesammelt und Kartoffelkäfer von den Pflanzen abgelesen werden.

Dann kam der 27. November 1944! In rund 20 Minuten wurden in Freiburg, beginnend in den westlichen Stadtteilen Mooswald und Betzenhausen unzählige Häuser und Straßen total zerstört, sehr viele Menschen fanden den Tod. Das kleine Betzenhausen wurde besonders hart getroffen. Ein Denkmal auf dem kleinen Friedhof zeigt die Zahl der getöteten Kinder.
Die Schule stand fortan ohne Dach da und war völlig dem Wetter ausgesetzt. Rund ein Jahr fand kein Unterricht statt. Ende 1945 versuchte Rektor Halter mit einigen Helfern wenigstens einen Teil der Räume an regenfreien Tagen für den Unterricht zu nutzen. Zu aller Not und Unbill kamen die einschränkenden Erlasse der französischen Besatzungsmacht. Die wenigen noch brauchbaren Bücher mussten vernichtet werden. Viele Lehrer fielen unter die Entnazifizierung, erhielten Arrest oder wurden gar in Lagern eingesperrt und zu Arbeiten abkommandiert. Seit 1946 war Herr Kaltenbach Rektor der Schule. Mit allen Mitteln versuchte er, ein Notdach für die Schule durchzusetzen. Dieser Kampf dauerte bis 1949, erst dann konnte, zumeist wegen Materialmangel, das dach wieder richtig gedeckt werden!
Die jüngere Geschichte
1949/50 wurde Herr Mußler Rektor. In dieser zeit gab es einen unglaublichen Schülerboom, die Zahl stieg bei den eingeschränkten Schulverhältnissen auf 850! Es gab beispielsweise nur 12 Klassenzimmer! Nur mit strengem Schichtunterricht war es überhaupt möglich, den Unterricht zu gewährleisten. Der größte Teil der Schüler stammte aus der Siedlung im Mooswald, aus Betzenhausen kamen nur 50.
Inzwischen war im Mooswald eine eigene Schule im Bau, die 1956 fertig gestellt wurde. Damit sank die Schülerzahl an der Hofackerstraße fast um die Hälfte und betrug 461. Trotzdem war ein Ausbau der Schule in Betzenhausen unbedingt notwendig. Die Stadt sah vor, die Schule auf drei Etagen aufzustocken. Schon unter Rektor Wenz (seit 1961) wurde kräftig gebaut. Insgesamt wurden sieben Klassenzimmer und ein Nebenraum als dritter Stock ausgebaut.
Statt des längst nicht mehr bestehenden Namens „Schlageterschule” sollte die Schule auf Wunsch der schlesischen Landsmannschaft den Namen „Gerhart-Hauptmann-Schule” tragen. Es war Oberbürgermeister Eugen Keidel vorbehalten am 29. November 1963 in einer Feierstunde den neuen Namenszug an der Vorderfront der Schule zu enthüllen.
In späteren Jahren erhielt die Schule auch einen modernen Physik- und Chemieraum, eine eigene Turnhalle sowie einen Computerraum. Mit Schülern und Eltern wurden in den folgenden Jahren immer wieder große Schulfeste gefeiert. Mit ein Höhepunkt war 1986 die Eröffnung der Landesgartenschau in unmittelbarer Nähe der Schule im Gelände des bisherigen Flückigersees. Die Schule feierte 1989 im neuen Bürgerhaus im Seeparkgelände in einem schönen Festakt ihr 80-jähriges Jubiläum.
Heute, 2009, kann die Gerhart- Hauptmann-Schule auf 100 interessante Jahre zurückblicken.
Der Beitrag hier basiert auf einem Text von Harald Albiker, dem ehem. Schulleiter und Mitglied des KuGe, aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Schule im Jahr 2009.
Weitere Beiträge in dem Umfeld
Im ursprünglichen Text von H. Albiker waren u.a. auch Hintergründe zu einer öffentlichen Badestelle im Keller der GHS Schule enthalten, die es ab Ende der 1920er Jahre dort gegeben hat. Zu diesem Thema haben wir 2024 einen eigen Beitrag im Schadtteil-Magazin von Betzenhausen veröffentlicht; siehe Das Volks-/Schulbad in Betzenhausen.
